Geschichte Riedenburg
Kurzer Abriss zur Geschichte der Ordensgemeinschaft
Die Gründerjahre
Die Ordensführung vom Hl. Herzen Jesu verfolgte schon länger den Gedanken, eine Bildungseinrichtung - ähnlich dem elsässischen Kienzheim bei Colmar - im süddeutschen Raum zu gründen. Bereits am 12. Jänner 1854 erwähnten die Ordensfrauen in einem Schreiben an den Fürstbischof von Brixen, neben dem Erzbischof von Straßburg ein vehementer Förderer der geplanten Erziehungsanstalt, Erziehungsideale und Erziehungsmethoden der Gesellschaft, außerdem betonten sie die günstige Lage im Bodenseeraum und ließen die Tatsache, dass es sich um das einzige Mädchenpensionat in weitem Umkreis handelt, nicht unerwähnt.
Am 31. Jänner 1854 erteilte Kaiser Franz Joseph von Österreich die Genehmigung zur Niederlassung, die ersten Ordensfrauen und –schwestern zogen am 16. März in Riedenburg ein.
Zur ersten Leiterin der Klosteranstalt wurde Schwester Blanca von Lanoy bestellt, der sechs Ordensfrauen, drei Novizinnen und sieben Schwestern, von denen sich noch fünf im Noviziat befanden, unterstanden.
Die Anfangsjahre der Erziehungsanstalt erwiesen sich als äußerst schwierig, mangelte es doch an Zöglingen, Madeleine-Sophie Barat sprach sich jedoch gegen die Schließung des Pensionats aus und gab sie klare Anweisungen über die zukünftige Vorgehensweise. Damit trug sie wesentlich zum Aufschwung in den kommenden Jahrzehnten bei.
Am 1. August 1881 besuchte Kaiser Franz Joseph die Riedenburg.
Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums 1904 stattete der Bischof von Rottenburg der Riedenburg einen Besuch ab. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Klostergemeinschaft aus 42 Chorfrauen, 23 Novizinnen und 26 Laienschwestern zusammen, außerdem hatten bis dahin 3863 Pensionärinnen auf der Riedenburg Erziehung und Unterricht genossen.
Die Baulichkeiten
Bereits 1855 begann man mit baulichen Erweiterungen. So wurden beiderseits der Hauptfront des im Ursprungszustand belassenen Schlösschens mittels Verbindungstrakten zwei gleich große Flügel angebracht.
Die Kirche
Ab Herbst 1862 wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Baumeister war H. Sutter von Luzern. Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. April 1863 durch den Weihbischof und Generalvikar von Feldkirch, Dr. Joseph Feßler. Die feierliche Eröffnungsrede hielt wiederum Dr. Greith im Juli 1865. Die Kirche erhielt, eingedenk der Stifterin, den Namen „Zur Hl. Magdalena“.
Das Gotteshaus wurde im damals noch weitgehend unbekannten Stil der Neugotik errichtet und ist bis heute mit seinem - weithin sichtbaren - schlanken, himmelwärtsstrebenden Dachreiter eine imposante Erscheinung der Stadt Bregenz geblieben.
Ab Juni 1901 wurde im Südwesten des Pensionatsgebäudes mit dem Zubau für die notwendigen schulischen Räumlichkeiten begonnen („Neubau“). Die Bauarbeiten konnten im September 1902 abgeschlossen werden.
Zwischen 1965 und 1967 entstand das Herz-Jesu-Haus. Die stark steigenden Schülerzahlen (vgl. Anhang: „Entwicklung der Schülerzahlen in den Schulen der Riedenburg 1965 – 2004“) machten diesen Zweckbau, der Schul- und Schlafräume beherbergt, notwendig.
1992 wurde mit dem Bau einer zweckmäßigen Sportanlage mit Turnhalle und Tennisplatz begonnen. Bereits ein Jahr später konnte der Tennisplatz das erste Mal bespielt werden.
Sanierungsarbeiten
In den letzten hundert Jahren wurde die Kirche insgesamt dreimal saniert:
Eine erste Instandsetzung fand 1911 unter Leitung von Architekt Glanner aus St. Gallen statt. Bereits 1932 kam es zur zweiten großen Renovierung.
Vorläufig zum letzten Mal begann man 1981, in verstärktem Maße ab 1985 durch die Gründung des „Vereins zur Restaurierung des Klosters Riedenburg“ mit der Restauration der Kirche. Diese Arbeiten fanden 1989 ihren Abschluss.
2001 wurde mit Sanierungsarbeiten von Dach und Fassade am Schlösschen begonnen, die 2004 beendet werden konnten.


